Fast jeder Mensch über 65 Jahren erkrankt am Grauen Star

Wenn ältere Menschen auch bei einem bewölkten Himmel eine Sonnenbrille tragen, ist dies ein Anzeichen für eine Augenkrankheit – den Grauen Star. Eine zunehmende Lichtempfindlichkeit ist das typische Anzeichen für die Erkrankung, die ab einem fortgeschrittenen Alter nahezu jeden Menschen betrifft. Bei einer Linsentrübung sollte eine Operation nicht allzu lange hinausgezögert werden.

Mit einer OP die Sehkraft wieder vollständig herstellen

Der altersbedingte Graue Star oder sogenannte Katarakt betrifft mehr als 90 Prozent der über 65-Jährigen. Während im frühen Stadium der Erkrankung die Sehkraft noch kaum beeinträchtigt ist, kann zu einem späteren Stadium durch die Eintrübung der Linse – von einem oder auch beiden Augen – nur noch wie durch eine trübe Scheibe gesehen werden. Die von der Erkrankung betroffenen Personen haben das Gefühl, als hätten sie einen Schleier vor den Augen. Der Augenarzt in Münster, Dr. Wladimir Kapralow, ist der Ansicht, dass die Erkrankung sehr gut mit dem operativen Einsetzen einer Kunstlinse behandelt werden kann. Diese Operation stellt die Sehkraft wieder vollständig her.

Untersuchung durch den Internisten bei jungen Menschen mit Grauem Star

Dass die Erkrankung bei Menschen in einem jüngeren Lebensalter auftritt, kommt äußerst selten vor. Dr. W. Kapralow erklärt hierzu, dass in diesem Fall ein Internist abklären sollte, ob eine andere Erkrankung zugrunde liegen könnte. Der Graue Star könnte z. B. bei Diabetes oder bei Funktionsstörungen der Schilddrüse vorliegen. Auch die Einnahme von Kortison könnte eine Ursache für die Heranbildung des Grauen Stars sein.

Erste Symptome für einen Grauen Star

Es gibt viele verschiedene Anzeichen für die Entwicklung eines Grauen Stars, noch ehe sich die Linsen der Augen sichtbar eintrüben. Typische Symptome sind die Lichtempfindlichkeit und das voranschreitende verschwommene – wie durch einen grauen Schleier – Sehen. Die Hell-Dunkel-Anpassung der Augen benötigt immer längere Zeiträume. Auch die Schärfe und das räumliche Sehvermögen verschlechtern sich, bis bei voranschreitender Trübung der Linse des betroffenen Auges oder beider Augen nur noch schemenhaft gesehen werden kann.

Mit der Operation nicht zu lange warten

Die Lebensqualität kann früher oder später durch die Erkrankung am Grauen Star und dem damit verbundenem schlechten Sehen stark eingeschränkt werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Operation unausweichlich, auch wenn sich die Symptome, wie z.B. die unregelmäßige Lichtbrechung der Linse, noch eine gewisse Zeit lang mit einer Brille ausgleichen lassen.

Bei der Operation des Grauen Stars wird die eingetrübte Linse des Auges durch eine Kunststofflinse ersetzt. Dazu wird die erkrankte Linse aus dem Auge entfernt. Aus diesem Grund sollte mit einer Operation nicht zu lange gewartet werden, da die sich Linse mit dem Voranschreiten der Erkrankung durch die zunehmende Verhärtung schlechter entfernen lässt. Falls keine weiteren Erkrankungen, wie z. B. der Grüne Star oder eine Degeneration der Makula, vorliegen, können Patienten mit der eingesetzten Kunstlinse wieder bis auf eine Einschränkung vollständig und normal sehen. Die Kunstlinse ist nicht dazu in der Lage, so wie die natürliche Linse, die Sehschärfe auf verschiedene Entfernungen einzustellen. Dieses Scharfstellen auf verschiedene Entfernungen wird auch Akkommodation genannt und möglicherweise müssen die operierten Patienten für die Kurz- oder Weitsicht eine Brille tragen, um diesen Nebeneffekt auszugleichen.