Immer mehr Kinder und Jugendliche tragen eine Brille

Immer mehr Kinder und Jugendliche tragen eine Brille

Ob der Computer, Tablet oder Smartphone, der Alltag der heutigen Kinder und Jugendliche wird davon dominiert. Es gehört zum Alltag, doch das menschliche Auge ist diesem technischen Fortschritt nicht gewachsen. Die Folge die sich daraus ergibt, sind immer mehr Kinder und Jugendliche die unter Kurzsichtigkeit leiden. Dies bedeutet, eine wachsende Anzahl benötigt eine Brille. Warum es zu einer vermehrten Anzahl an Kurzsichtigkeit kommt, ist schnell erklärt, nämlich durch die Naharbeit. Wer ein Smartphone, ein Tablet oder ein Computer bedient, der befindet sich nah am elektrischen Gerät. Dadurch wächst der Augapfel in die Länge. Die Folge die sich daraus ergibt, ist eine Verschiebung vom Brennpunkt in den Augen, nämlich vor die Netzhaut. Durch diese Verschiebung kann man zwar in der Nähe gut Objekte erkennen, dafür aber nicht mehr auf Entfernung.

Bildungsstand und Kurzsichtigkeit und ein Zusammenhang

Doch für die steigene Zahl der Kinder und Jugendliche ist nicht nur die moderne Technik verantwortlich. Unter Näharbeit fällt nämlich nicht nur die Bedienung von elektronischen Geräten, sondern auch Schule und Hausaufgaben. Zu diesem Ergebnis kam nämlich eine Studie der Universität Mainz. Hierbei konnten konnten die Forscher aus Mainz nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand und Kurzsichtigkeit gibt. So waren nur ein Viertel der Studienteilnehmer ohne eine höhere Schulbildung und Ausbildung von Kurzsichtigkeit betroffen. Anders sah dies aus bei den Hochschulabsolventen, hier waren 53 Prozent davon betroffen. In anderen Ländern sieht es aber deutlich schlimmer aus, so zum Beispiel im asiatischen Raum, wo Kinder schon deutlich früher und mehr Zeit zum lernen aufbringen müssen. Das frühe Lernen hat zwar den Vorteil, dass Hongkong, Singapur und Shanghai zwar im Pisa-Schultest sehr gut abschneiden, dafür aber auch hohe Zahlen bei der Kurzsichtigkeit haben. Wobei in diesen Zusammenhang auch die sehr frühe und vor allem intensive Nutzung von Tablets und Smartphones eine Rolle spielt. Aktuell sind nach den Daten des European Eye Epidemiology Consortium in der Altersgruppe der 65- bis 69-jährigen mit 16 Prozent von Kurzsichtigkeit betroffen. Bei den 55- bis 59-jährigen sind es 28 Prozent und bei den 25- bis 29-jährigen sind es schon 47 Prozent.

Gegentische Faktoren und Kurzsichtigkeit

Früher wurde Kurzsichtigkeit vor allem mit genetischen Fakoren in Verbindung gebracht. Hat der Vater, die Mutter oder beide eine Brille, so wurde angenommen, braucht auch später das Kind eine Rolle. Um Kurzsichtigkeit zu vermeiden, wurde vor allem empfohlen, die Kindern vielmehr draußen spielen zu lassen. Den das direkte Sonnenlicht würde die Kinder vor Kurzsichtigkeit schützen, wenngleich dies bis heute noch nicht erforscht ist. Das Sonnenlicht schütet den Botenstoff Dopamin aus, der dafür sorgt, dass der Wachstum beim Auapfel gehemmt wird. 2015 wurde zu diesem Thema auch eine chinesische Studie in einer Fachzeitschrift, nämlich dem „Journal of The American Medical Association“ veröffentlicht. Hierbei haben rund 2000 Grundschüler an der Studie teilgenommen. Die Hälfte der Schüler wurde täglich über einen Zeitraum von drei Jahren zum spielen nach draußen geschickt. 30 Prozent dieser Kinder entwickelteten eine Kurzsichtigkeit, bei den Kindern die nicht so häufig draußen gespielt haben, waren es rund 40 Prozent. Ob und wie jetzt das Sonnenlicht das Auge schützt oder eine Kurzsichtigkeit hinausgezögert, soll im Rahmen weiterer Studien erforscht werden.

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen

Ist ein Kind erst mal von einer Kurzsichtigkeit betroffen, so kann man diese Erkrankung nicht mehr rückgängig machen. Eher ist das Gegenteil der Fall, die Kurzsichtigkeit kann zunehmen und es kann auch zu weiteren Augenerkrankungen kommen. Die Bandbreite reicht hier von Grüner und Grauer Star, aber auch von Netzhautablösungen.